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Verlag merz&solitude

[7-04]  

Reihe Projektiv »tokio kurz vor ...« (Studie)

   
Theodor W. Adorno und Roland Barthes, zwei Denker mit ganz unterschiedlichem theoretischen Hintergrund, waren gleichwohl beide überzeugt, die Geschichte sei auch nach der Epoche der Aufklärung noch immer von Mythen beherrscht. Im zweisprachigen Buch zum Film »Tokyo de« (Japanisch für: »in Tokio«) wird gezeigt, inwiefern der Essay, als per se antiideologische Form, einen Ausweg aus ideologischen Denkstrukturen zu eröffnen vermag. Dabei wird auf der Untrennbarkeit von Inhalt und Form bestanden. Der Film dazu führt uns in eine fremde Welt, die nur kurz die eigene zu sein scheint, in disparate Traumbilder, für die vertraute Beschreibungsregeln fehlen: Das Unbekannte wird in der Erfahrung des Fremden als solches bewahrt, eine kulturelle Gleichschaltung der vielfältigen Realität Japans seitens des Betrachters unterdrückt. Geprägt von Skepsis gegenüber der Vorstellung, Film sei ein transparentes Medium zur Kommunikation von Wirklichkeit, artikuliert Birkhoffs Essayfilm den Zweifel am Bild. Er konzentriert sich auf das Vorläufige und bleibt wie auf der Flucht vor sich selbst. Es gelingt dem jungen Filmemacher, den gewohnten kulturellen Zugang zu verbarrikadieren. Einmal mehr bestätigt sich die Vermutung: Der Essay ist das natürliche Genre für ethnografische Darstellungen.
   
 
Buch mit DVD, 30 Seiten, 18 min., Deutsch/Englisch
>> www.merzundsolitude.de
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Verlag merz&solitude – Reihe Projektiv »tokio kurz vor ...« (Studie)