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Galerie Reinhard Hauff

[6-11]  

Andreas Fischer

   
Die Galerie Reinhard Hauff freut sich, ihre erste Ausstellung mit dem in Düsseldorf lebenden Künstler Andreas Fischer (*1972) ankündigen zu können. Andreas Fischer entwickelt kinetische Apparaturen, die aus Alltagsgegenständen zusammen gebaut sind und deren Bewegungsabläufe durch elektronische Prozesse gesteuert werden. Motoren, Achsen, Räder und Schaltungen lassen seine Skulpturen rütteln und schütteln, rotieren und vibrieren. Der Reiz seiner Arbeiten liegt dabei in ihrer »von Kindheit her faszinierenden Bastelei und Mechanik« (Regina Barunke), in der elementaren Kargheit ihrer weitgehend funktionslosen Konstruktion. Den widersprüchlichen subversiven Witz, durch den sich seine Arbeiten auszeichnen, erhalten sie über die wortspielerischen Titel (wie beispielsweise »Dampfsperre Claudia«, »Montagsdemo« oder »Notzuckerl«) und ihre lakonischen, manchmal bitterbösen Texte, die aus scheppernden Lautsprechern tönen. Indem sich die Wortfetzen und Geräusche, die hektischen Aktionen und absurden Handlungen der Skulpturen von Andreas Fischer ständig wiederholen, entfaltet sich ein surreales Eigenleben der Maschinen, das jeglicher Kontrolle entglitten zu sein scheint. Ohne einen produktiven Sinn bleiben die Gebilde des Meisterschülers von Georg Herold an der Düsseldorfer Kunstakademie »irgendwie ‚blöd« oder ‚schräg‘“ und in jedem Fall slapstickhaft komisch, etwa wenn zu einem Seemannslied ein Haarbüschel an einem Bettgestell hin und her schwingt (»Kaiman Krücke«, 2011) oder wenn die Stimme des Künstlers aus einem an einem Kupferrohr angebrachten lautsprecherartigen Gebilde in unendlich genervten Tonfall „es wird besser ... es wird nicht besser, es wird einfach nicht besser, wird‘s bald besser?...besser wird‘s nicht“ (»wird's bald«, 2011) rezitiert.

In »Westbindung« transformiert Andreas Fischer die Ausstellungsräume der Galerie in einen kleinteiligen Parcours, in dem eine repräsentative Auswahl an Arbeiten der letzten Jahre installiert ist. Das Unspektakuläre und Beiläufige, das seine Arbeiten kennzeichnet, das »intentional Lakonische« wird dabei genauso deutlich wie die Nachdenklichkeit, die seine Arbeiten hinsichtlich der Frage nach dem Sinn und der Beherrschbarkeit von Technik formuliert. Zwischen den aus Styropor eingezogenen Wänden trifft man so neben einer aus den Überresten einer Kommode konstruierten Skulptur, bei der die Türen abwechselnd auf und zu klappern und bei der eine Stimme zu den sich an- und ausschaltenden Neonröhren ein melancholisch-resigniertes Lied singt, bei dem es um das Scheitern der Liebe geht (»Lohn«, 2010), auf einen ausrangierten Stuhl, der sich in einem fort hin und her bewegt. Aus den an den Lehnen des Stuhls angebrachten Lautsprechern hört man den Künstler das Lied »Maria breit den Mantel aus« singen. Die zwanghaft klappernde Bewegung des Stuhls zusammen mit dem linkisch vorgetragenen Lied macht deutlich, wie eng bei Fischer die Sehnsucht nach Erfolg und das Defizit des Scheiterns zusammen liegt.

Die Ausstellung wurde Realisiert in Zusammenarbeit mit der Galerie Vera Gliem, Köln.
   
 
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Galerie Reinhard Hauff – Andreas Fischer